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Fette Beats und erste Liebe in „Almost fly“

Fette Beats und erste Liebe in „Almost fly“

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Ab Montag, 2. Mai, 21 Uhr bei Warner Serie: "Almost Fly". Credit: ©WarnerMedia
Man rappt deutsch: In „Almost Fly“ findet eine Gruppe Provinz-Außenseiter ihre Stimme.

In „Wholetrain“ (2006, mit Elyas M’Barek) widmete sich Florian Gaag der Graffitisprayer- Szene. In „Almost Fly“ (ab Montag, 2. Mai, 21 Uhr, Warner Serie) nimmt er nun die Anfänge der Hip-Hop-Kultur in Deutschland unter die Lupe – und zwar „aus der Perspektive absoluter Unschuld und Naivität“, wie der Autor und Regisseur sagt.

Darum geht’s in „Almost Fly“

Eichfeld, 1990. „Hier geht nichts. Null. Und hier wird auch nie was gehen.“ Davon sind die Schulfreunde Ben und Walter, genannt W, überzeugt. Bis GIs von der nahen US-Militärbasis im Cadillac durch die Straßen cruisen und aus den Boxen Hip-Hop wummert. Wow! Diese Beats, dieser Style! Ben ist wild entschlossen, eine eigene Crew auf die Beine zu stellen. Neben W gehört Nik zu dem Trio, das sich „Atomic Trinity“ tauft. Der hat zwar eine Fünf in Musik („Wie kann das sein? Du spielst Fagott!“), ist aber ein Technik-Nerd. „Quick Nik“ bastelt aus Lego und Plattenspielern eine Anlage und macht den Scratching-DJ. Die Rap-Texte gestalten sich ungleich komplizierter („Yo!?“). Der erste Auftritt beim Schulfest ist ein Desaster, das Projekt „Atomic Trinity“ ein Reinfall – bis der Knoten platzt: Da ihr Schulenglisch wenig taugt, rappen Ben und W eben auf Deutsch. Denise, die gerade aus dem Osten nach Eichfeld gezogen ist, kann Breakdance und verstärkt die Crew als B-Girl D*Nice.

Hintergrund: Eichfeld ist überall

„Almost Fly“ erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich so ähnlich überall abgespielt haben könnte. Das unterstreicht schon der Schauplatz: „Es gibt mehrere Eichfelds, aber dies ist ein fiktiver Ort irgendwo an der Zonengrenze“, so Florian Gaag. „Ich wollte ein typisches Provinznest mit einem urdeutschen Namen.“ Die Kids haben mit typischen Teenagerproblemen zu kämpfen, mit überforderten Eltern und starren Erwartungen. W soll Vaters Tankstelle übernehmen, Bens Dad hat sich abgesetzt. Beide sind in Mädchen verknallt, bei denen sie keine Chance haben. „Diese Jungs werden von der Wucht der Musik abgeholt. Das gibt ihnen eine Möglichkeit, sich auszudrücken. Sie finden zu einem eigenen Stil und Selbstbewusstsein“, sagt Gaag. „Neulich hatten wir das erste Konzert. Dass wir noch nicht so weit waren, haben wir danach erst gemerkt!“ Zeilen wie diese steuerten die deutschen Rapper Fatoni und David Mayonga alias Roger Rekless bei. Letzterer spielt auch mit: Als DJ Nasty ist er das Idol der Kids von Eichfeld. Ob die Crew um Ben und W es bis in Nastys Club „California“ schafft? Mitfiebern! Zum extra für die Serie produzierten Soundtrack deutscher Hip-Hop-Größen.