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Michael „Bully“ Herbig: „Der Schuh des Manitu“ würde er „heute so nicht mehr machen“

Michael „Bully“ Herbig: „Der Schuh des Manitu“ würde er „heute so nicht mehr machen“

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Michael "Bully" Herbig spricht in "3nach9" über seinen Erfolgsfilm "Der Schuh des Manitu". Credit: Tristar Media/Getty Images
Michael „Bully“ Herbig feierte mit „Der Schuh des Manitu“ seinen bisher größten Erfolg. Warum er den Film heute so nicht mehr machen würde, erklärt er bei „3nach9“.

Michael „Bully“ Herbig (54) gelang vor 22 Jahren sein größter Hit. „Der Schuh des Manitu“ ist einer der erfolgreichsten deutschen Kinofilme überhaupt. Knapp zwölf Millionen Menschen wollten die Parodie auf die Verfilmungen des Karl-May-Klassikers „Winnetou“ auf der großen Leinwand sehen. Heute würde der Regisseur diesen Film allerdings nicht mehr so umsetzen, wie er in der Talkshow „3nach9“ erklärt.

Michael „Bully“ Herbig: „Die Comedy-Polizei ist zu streng geworden“

„Das hat viel mit Leidenschaft, mit Spielfreude und einer Verwirklichung von Träumen zu tun gehabt damals. Ich würde ihn heute so nicht mehr machen. Die Comedy-Polizei ist zu streng geworden. Das nimmt einem die Unschuld, die Freiheit“, sagt der 54-Jährige im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo (63). Gewisse Entwicklungen seien total richtig, „dass man über Dinge spricht, die man heute nicht mehr so sagen würde wie vor 20 Jahren“. Er sei da total offen, sehe aber, dass „diese Diskussion ein bisschen polemisch geführt wird“. Herbig habe den Eindruck, dass alle im Moment so laut sind, dass keiner dem anderen mehr zuhört. „Das Einzige, was die beiden Lager verbindet ist, dass beide mit der Gesamtsituation unzufrieden sind. Ich habe darauf noch keine Antwort, ich gucke mir das an und versuche mir, eine schlaue Meinung zu bilden“, erklärt er in der Talkshow von „Radio Bremen“.

Michael Herbig sieht „sehr dunkle Zeiten auf uns zukommen“

Der gebürtige Münchner merke aber, dass es schwieriger geworden ist, heute Komödien zu drehen, „weil man das Gefühl hat, dass man sehr schnell Leuten auf die Füße tritt“. Früher habe er sein Comedy-Format „Bullyparade“ unter dem Motto gedreht, wenn die Leute lachen, die man auf den Arm nimmt, habe man alles richtig gemacht. „Heute ist es schwierig, wenn dir jemand das Totschlagargument entgegenschleudert, du hast meine Gefühle verletzt.“ Es ginge um künstlerische Freiheit, wenn er aber einen Katalog abarbeiten müsse, was man sagen sollte oder nicht, habe er keinen Spaß mehr daran. Das Lagerdenken sei schwierig, einer finde es lustig, der andere fühle sich verletzt. „Das nimmt mir ein bisschen die Freude und da sehe ich, wenn man in diese Richtung weitergaloppiert, sehr dunkle Zeiten auf uns zukommen. Dann wird es irgendwann Leute geben, die sagen, ich mache keine Komödien mehr, das ist mir zu heiß.“

Worum geht es in der „Winnetou“-Diskussion?

Um „Winnetou“ entbrannte vor einigen Wochen eine Debatte, nachdem der Verlag Ravensburger angekündigt hatte, die Auslieferung zweier Kinderbücher zu dem Film „Der junge Häuptling Winnetou“ zu stoppen und aus dem Programm zu nehmen. Begründet wurde dies von Ravensburger damit, dass Nutzer-Feedback gezeigt hat, „dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben“.