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Michael Patrick Kelly: „Ich habe wenige Erinnerungen an meine Mutter“

Michael Patrick Kelly: „Ich habe wenige Erinnerungen an meine Mutter“

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Michael Patrick Kelly hatte nicht die Chance, seine Mutter richtig kennenzulernen. Credit: Getty Images
Michael Patrick Kelly war noch ein Kind, als seine Mutter starb. Er lernt sie jetzt erst Stück für Stück durch ihre Tagebücher kennen.

Wenige Tage vor Michael Patrick Kellys (44) fünftem Geburtstag verstarb seine Mutter. Erinnerungen an Barbara Ann, die mit nur 36 Jahren an den Folgen einer Brustkrebserkrankung starb, hat der Musiker nicht. Umso schöner, dass er kürzlich Tagebücher seiner Mutter gefunden hat und die ihm unbekannte Frau nun besser kennenlernen kann.

Michael Patrick Kelly im Interview: „Meine Mutter war überfordert bei so vielen Kindern“

In der Talksendung „SRF Sternstunde“ sprach er jetzt über den Tod der Mutter und die Erinnerungen an sie. „Ich glaube nicht, dass man einen Tod schönreden kann. Es ist ein Bruch, es ist eine Leere, die entsteht“, beginnt Michael Patrick Kelly das Gespräch. Er habe wenig Erinnerung an sie, allerdings gibt es viele Video- und Fotoaufnahmen der Matriarchin, außerdem haben der Vater und die Geschwister viel von ihr erzählt. „Vor Kurzem habe ich Tagebücher von ihr gefunden und mich reingelesen. Es ist so spannend. Jetzt entdecke ich meine Mutter auf eine Art und Weise, die ich vorher nicht kannte. Das sind sehr sehr private, intime Themen, über die sie schreibt. Viel über ihren Glauben. Sie war eine gläubige Frau, was ich so nicht wusste. Das ist schön, dass man da ein echteres Bild von seiner Mutter bekommt.“

Bisher kannte er vor allem seine Mutter auf der Bühne, „eine Art Best-of“. Er findet es schön, durch die Tagebücher nun auch die Schwächen und Sorgen seiner Mutter zu erfahren. „Meine Mutter war in vieler Hinsicht auch überfordert bei so vielen Kindern. Jeder kommt zu kurz, dann gibt’s da ein Problem, hier ein Problem, man reist von A nach B. Dass man lernt zu Vertrauen in Situationen, in denen man nicht weiter weiß. Da bin ich noch Schüler“, erzählt er im Gespräch.

Michael Patrick Kelly im Interview mit „SRF Sternstunde“

Das verbindet Barbara Ann Kelly und ihren Sohn

„Es gibt ein paar Aspekte, man merkt, dass sie ein Herz hatte, das anderen Menschen Liebe schenken möchte und da finde ich mich ein bisschen wieder. Ohne mich als tollen Menschen hinzustellen. Ich will einfach, dass es anderen Menschen gut geht. Wenn ich merke, es geht jemandem nicht gut, dann will ich für die Person da sein. Das andere ist ihr Glaube, ihre Liebe zu Jesus. Sie hat jeden Tag gebetet. In ihren Tagebüchern Dialoge mit Gott geführt“, beschreibt er, was er über seine Mutter erfahren hat. Auch Michael Patrick Kelly ist gläubig. Zwar wurde er nicht streng nach der Bibel erzogen, doch heute weiß man, dass er sich sechs Jahre lang in ein katholisches Kloster zurückzog und viel über den Glauben gelernt hat. Seit seinem Austritt aus der Ordensgemeinschaft im November 2010 macht er wieder Musik, etwas, was er vermisst hat.

Vier Alben brachte er seit 2015 auf den Markt, zuletzt „B.O.A.T.S“, das auf Platz zwei der deutschen Verkaufscharts landete. Auf der Platte widmet er einen Song seiner Mutter Barbara Ann.