Veröffentlicht inNews

Natalia Klitschko: „Ich bin eine ganz normale Frau, kein Roboter“

Natalia Klitschko: „Ich bin eine ganz normale Frau, kein Roboter“

NataliaKlitschko.jpg
Natalia Klitschko setzt sich ein für die Bürger der Ukraine. Credit: Getty Images
Vitali Klitschko kämpft in Kiew um sein Land. Seine Frau Natalia kämpft von Deutschland aus für Gerechtigkeit.

Am 24. Februar begann Russland mit dem Überfall auf die Ukraine. Seit diesem Tag ist Natalia Klitschko (48) auf Alarmbereitschaft. Ihr Ehemann Vitali Klitschko (50) ist nicht nur weltweit als Boxprofi bekannt, sondern auch als Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Während ihr Mann vor Ort für Gerechtigkeit kämpft, sorgt Natalia im heimischen Hamburg für Aufklärung.

Natalia Klitschko leistet Aufklärungsarbeit in Deutschland

Seit Kriegsbeginn sah man sie immer wieder in Talkshows, auf Demonstrationen und Kundgebungen, sie bat um Hilfe, teilte Informationen aus erster Hand aus der Ukraine und wurde zum Gesicht vieler Ukrainer in Deutschland. Im Interview mit „Super Illu“ erklärt sie: „Ich würde mich sonst einfach nur ohnmächtig fühlen. Und hätte auch ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle. Denn ich bin hier in Sicherheit, habe ein gutes Leben. Nein, ich kann und will da nicht tatenlos zusehen.“ Natalia Klitschko hilft bei Behördengängen, bei der Beschaffung von Unterkünften. Sie hat keinerlei Berührungsängste. Noch immer fehlen Wohnungen, das macht ihr am meisten zu schaffen.

Natalia Klitschko: „Ich schließe nachts im Bett die Augen erschöpft“

Doch der Reporter erkennt auch, dass Natalia Klitschko das Lachen nicht vergangen ist – und das obwohl seit Monaten Krieg in ihrer Heimat herrscht. Die vielen Begegnungen in all dem aktuellen Leid tun ihr gut. Sie sagt: „So anstrengend mein Alltag auch ist: Ich schließe nachts im Bett die Augen zwar erschöpft, aber auch mit einem Gefühl der Dankbarkeit und Bereicherung. Es ist ein wunderbares Gefühl, helfen zu können.“ Freud und Leid liegen nah beieinander. „Ich bin eine ganz normale Frau, kein Roboter“, so die Sängerin. „Wann immer man etwas neues Furchtbares hört oder sieht, kommen diese Emotionen hoch, und dann fließen auch mal Tränen. Jeder geflüchtete Mensch, mit dem ich zu tun habe, hat seine eigene Geschichte und Schmerzhaftes erlebt. Es ist nicht einfach, und seit mehr als zwei Monaten nun haben wir diese Situation, in der auch ich zunehmend merke, dass ich an Grenzen stoße und auf mich aufpassen muss.“

So geht es Vitali Klitschko in Kiew

Ihr Mann sei seit Kriegsbeginn nahezu 24 Stunden am Tag abrufbereit: „Ihm hilft das Wissen, nicht nur für seine Mitbürger zu kämpfen, sondern auch für die Demokratie und Freiheit eines Landes, das in den vergangenen Jahren eine solch enorme Entwicklung gemacht hat. Auch der Gedanke an dessen so wichtigen Wiederaufbau gibt ihm die nötige Stärke.“ Sie habe keine Angst um ihren Mann, aber sie sorgt sich.

Die Klitschkos haben drei gemeinsame Kinder: Yegor-Daniel (22), Elizabeth-Victoria (19) und Max (17). Alle drei sind bereits aus dem Haus, doch mit Kriegsbeginn hat sich die Familie in Hamburg wieder vereint. „Die Ungewissheit war wirklich am schlimmsten.“ Mittlerweile seien die Kinder etwas entspannter, denn sie wissen, Papa sei weitgehend in Sicherheit. Sie haben täglich Kontakt zu dem Familienoberhaupt.