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Liselotte Pulver: „Ich bin mir dieser Endlichkeit sehr bewusst“

Liselotte Pulver: „Ich bin mir dieser Endlichkeit sehr bewusst“

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Das fröhliche Lachen ist ihr Markenzeichen: Hier besucht Liselotte Pulver eine Preisverleihung in Dortmund 2013. Credit: Andreas Rentz/Getty Images
Liselotte Pulver und ihr ansteckendes Lachen sind unvergessen. Die 92-Jährige spricht im Interview über ihr Leben im Seniorenstift und Erinnerungen.

„Ich denke oft an Piroschka“, „Das Wirtshaus im Spessart“, „Die Zürcher Verlobung“, „Kohlhiesels Töchter“ – Liselotte Pulver (92, GOLDENE KAMERA 2007) war seit den 1950er Jahren ein Garant für erfolgreiche Filmproduktionen. Die Schweizerin war viele Jahre lang eine der beliebtesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum. 2007 hatte sie ihren letzten Auftritt vor der Kamera. Heute lebt sie in einem Seniorenstift in Bern. Wie „liebenswert-magazin.de“ berichtet, spricht Lilo Pulver im Interview mit „Das neue Blatt“ über ihr Leben mit 92 und die Vergangenheit.

Liselotte Pulver: „Ich bin mit diesem Leben rundum zufrieden“

„Ich habe mein geregeltes Leben, ich werde hier umsorgt und brauche mich um nichts zu kümmern“, erzählt sie im Gespräch. Eine Rückkehr vor die Kamera schließt sie aus: „Ich bin glückliche Rentnerin, ich bin mit diesem Leben rundum zufrieden.“ Manchmal würde sie ihre alten Filme anschauen, „aber nur, wenn sie zufällig gezeigt werden“. Sie sei dankbar dafür, dass sie all dies erleben durfte. Mit 92 Jahren sei sie sich der Endlichkeit des Lebens „sehr bewusst“. „Deshalb genieße ich jeden Tag und freue mich, dass es mir noch so gut geht. Jeden neuen Geburtstag sehe ich als einen Erfolg an“, sagt Pulver der Zeitschrift.

Lilo Pulver verlor ihre Tochter und ihren Ehemann

Die 92-Jährige spricht auch über die traurigen Ereignisse ihres Lebens. Sie war von 1961 bis 1992 mit dem Schauspieler Helmut Schmid (†67) verheiratet. Er starb 1992 an den Folgen eines Herzinfarkts. Das Paar bekam zwei Kinder, Sohn Marc-Tell (60) und Tochter Melisande (†21). Ihre Tochter beging 1989 Suizid. „Die traurigen Verluste in meiner Familie“, antwortet Pulver auf die Frage, welche Ereignisse sie aus ihrem Leben streichen wollen würde. Das Leben habe sie gelehrt, es „so zu genießen, wie es kommt – und auch mal den Mund zu halten“. Einen Rat für andere habe sie nicht, „da das sehr stark von der Persönlichkeit abhängt. Für mich kann ich nur sagen, dass es meinem Naturell entspricht. Ich lache auch oft, wenn es unpassend ist“.