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Collien Ulmen-Fernandes: „Ich bin definitiv strenger als mein Mann“

Collien Ulmen-Fernandes: „Ich bin definitiv strenger als mein Mann“

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Collien Ulmen-Fernandes spricht über Erziehungsfragen. Credit: Gerald Matzka/Getty Images
Collien Ulmen-Fernandes wurde 2012 Mutter einer Tochter. Im Interview spricht sie über die Themen Erziehung und Gleichberechtigung.

Am Ostersonntag gibt es ein Wiedersehen mit Collien Ulmen-Fernandes (40). Als Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado ist sie auf dem „Traumschiff“ zu sehen. Auf der Reise nach Mauritius hat sie mit ihrem Vater zu kämpfen, der an Bord ist, und zu dem sie ein angespanntes Verhältnis hat. Privat hat die 40-Jährige mit der Erziehung ihrer eigenen Tochter alle Hände voll zu tun. Seit 2011 ist sie mit Schauspieler und Regisseur Christian Ulmen (46) verheiratet, im April 2012 kam ihre Tochter zur Welt. Im Interview mit dem Magazin „Gala“ spricht sie über ihre Rolle als Mutter und Feminismus.

Collien Ulmen-Fernandes: „Vermutlich scheitern alle Eltern zwischendurch auch mal am Elternsein“

„Ich glaube, dass ich streng bin. Definitiv strenger als mein Mann“, beschreibt die 40-Jährige ihre Mutterrolle. Sie schaffe es nicht immer so gelassen zu sein, wie sie gerne wäre. „Aber vermutlich scheitern alle Eltern zwischendurch auch mal am Elternsein.“ Ihr Mann tendiere zur Helikopter-Variante, also zur Überfürsorglichkeit. „Aber ich habe ja die Dokumentation ‚Helikopter-Eltern‘ gemacht. Danach habe ich meinen Mann vor den Fernseher gesetzt und gesagt: ‚Schau dir das jetzt mal an – danach reden wir weiter'“, erzählt sie im Interview.

Die gebürtige Hamburgerin gibt zu, dass es in der Erziehung nicht immer nach Plan läuft. „Als Eltern ist man eben auch ganz oft in einer Überforderungssituation, noch dazu kommt bei den meisten der berufliche Stress.“ Da könne man nicht so gelassen sein, wie man es in der eigenen Vorstellung von sich gerne wäre.

Collien Ulmen-Fernandes wünscht sich vielfältigere Frauen- und Mädchenbilder

Für die Schauspielerin und Moderatorin, die seit einigen Jahren eine Erziehungs-Kolumne in der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt, sind die Themen Feminismus und Gleichberechtigung eine Herzensangelegenheit. In der Filmbranche tue sich da aus ihrer Sicht aber noch viel zu wenig. Eine Erhebung habe gezeigt, dass in der Fiktion „80 Prozent der Frauen als Hausfrauen dargestellt werden“. „Man sollte Frauen und Mädchen in allen möglichen Facetten darstellen und eben nicht nur in süß und lieblich“, erklärt sie im Gespräch mit „Gala“. Sie wünsche sich „vielfältigere Frauen- und Mädchenbilder“.

Diese Werte versuche sie auch ihrer neunjährigen Tochter zu vermitteln. „Mir ist wichtig ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Ich möchte, dass sie sich auf ihre Fähigkeiten und ihre Intelligenz konzentriert und meine Tochter ist wirklich sehr schlau.“ Mädchen werden viel zu wenig darin bestärkt, auf ihre Kompetenzen zu schauen. „Du musst als Frau immer eher angepasst sein und darfst nicht zu laut sein“, sagt Collien Ulmen-Fernandes. Aus dieser Rolle müsse man ausbrechen.